Bewerbung nach der Familienphase – oder: Was ist „Maternal Management“?
Irgendwann sind die Kinder größer und unabhängiger und werden vielleicht ganztags in der Kita oder in der Schule betreut. Spätestens dann ergeben sich – gerade für bislang nicht erwerbstätige Mütter – neue berufliche Freiräume.
Beruflich wieder durchstarten?!
Bei vielen kommt nun der Gedanke: Jetzt will ich beruflich wieder voll durchstarten! Sie beginnen voll Elan, studieren Stellenanzeigen und schreiben Bewerbungen. Nach kurzer Zeit merken sie meist, dass es vielleicht doch nicht ganz so einfach ist, wieder einen Job zu bekommen, wie sie es sich gedacht haben.
Eltern besitzen Management-Qualitäten.
Als Eltern haben sie bereits eine ganze Menge geleistet, was doch eigentlich – so sollte man meinen – im Job etwas wert sein müsste:
- Sie arbeiteten als Konfliktmanager, wenn sich die Geschwister in die Wolle kriegten.
- Sie hatten die Aufgaben eines Projektmanagers inne, als sie zusammen mit anderen Eltern die Kita renoviert haben.
- Sie waren gefragt als Gesundheitsmanager, der dafür zu sorgen hatte, dass die Impftermine eingehalten und leichtere Erkrankungen mit Hausmitteln behandelt wurden.
- Ihre Erfolge als Eventmanager sind legendär, denn jeder Kindergeburtstag war ein rauschendes Fest.
- Ohne ihren Einsatz als Officemanager wäre kein Behördenbrief geschrieben, kein Termin bei der Sparkasse vereinbart und keine Steuererklärung pünktlich ausgefüllt worden.
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Maternal Management – Wie viel ist das in Bewerbungen tatsächlich wert?
Es ist keine Frage: Eltern beweisen tagtäglich jede Menge Management-Qualitäten. Diese Erfahrungen und Fähigkeiten werden im englisch-amerikanischen Sprachraum übrigens mit dem Schlagwort „Maternal Management“ bezeichnet.
Wie viel sind denn diese besonderen Management-Qualitäten auf dem Arbeitsmarkt eigentlich wert? Darauf eine klare Antwort zu finden, fällt schwer. Warum ist das so?
Das Elternsein verändert jeden Menschen kolossal:
- Als Eltern muss man Verantwortung übernehmen in einem Maße, wie man es vorher nicht musste.
- Als Eltern muss man die eigenen Interessen und Wünsche für eine recht lange Zeit hintan stellen.
- Als Eltern erlebt man dafür aber auch viele Glücksmomente, die etwas ganz Besonderes sind.
Diese Erfahrungen sind für jedes Elternpaar einzigartig – aber sie sind trotzdem vergleichbar mit anderen „Grenzerfahrungen“: So können eine schwere Erkrankung, die Versorgung und Pflege eines dementen Angehörigen oder sogar eine Weltreise einen Menschen so beanspruchen und verändern, dass er sich jede Menge Management-Qualitäten aneignet.
Was bedeutet das in Bezug auf den Arbeitsmarkt?
- Eltern haben sicherlich eine Menge besonderer Erfahrungen gemacht, die sich durchaus auch positiv auf ihr Arbeitsleben auswirken können.
- Damit stehen sie allerdings in „Konkurrenz“ zu vielen anderen Bewerbern, die ebenfalls „besondere“ Erfahrungen gemacht haben.
- Das Elternsein allein macht deshalb keinen Bewerber „besser“ als andere Bewerber.
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Es gibt noch einen „Haken“!
Manche Arbeitgeber haben deutliche – und oftmals nicht einmal offen ausgesprochene – Vorbehalte vor allem gegen arbeitende Mütter (weniger gegenüber arbeitenden Vätern):
- Ihrer Ansicht nach fehlen sie häufiger als ihre kinderlosen Kolleginnen und Kollegen, da die Kinderbetreuung nicht zuverlässig klappt.
- Sie haben den Kontakt zur Branche verloren, weil sie einfach zu lange „raus“ sind aus dem Job.
- Sie agieren ihren Kollegen gegenüber so wie Eltern das eben ab und an tun: Sie „bemuttern“ die einen, andere dagegen „bevormunden“ sie schnell. Dies kann das Betriebsklima empfindlich stören.
- Sie selbst lassen sich nichts „sagen“, weil sie vielleicht über viele Jahre hinweg den Haushalt einer mehrköpfigen Familie alleinverantwortlich und selbstbestimmt geleitet haben.
Wie kann man darauf reagieren?
Als Bewerber bzw. Bewerberin sollten Sie sich am besten schon im Vorfeld ein paar Gedanken darüber machen, wie Sie im Bewerbungsgespräch auf solche Statements reagieren könnten!
- Weisen Sie darauf hin, dass die Kinderbetreuung auch in problematischen Zeiten (etwa bei einer Krankheit des Kindes) „steht“.
- Vielleicht haben Sie nebenbei auch ehrenamtlich gearbeitet, wobei Sie sich in ein bestehendes Team einfügen mussten?
- Machen Sie deutlich, dass Sie sich auch während der Elternzeit weitergebildet haben, um den Anschluss an Ihre Branche nicht zu verlieren.
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Ein Fernstudium ist in der Bewerbungsphase ein echter Pluspunkt!
Wenn Sie sich auch in der Elternzeit auf dem Laufenden halten und Ihre Kenntnisse erweitern wollen, dann ist ein Fernstudium oftmals der ideale Weg.
- Sie weisen Ihrem Arbeitgeber gegenüber nach, dass Sie auf dem neuesten Wissenstand sind.
- Daneben machen Sie deutlich, dass Sie engagiert und voll Elan Ihre berufliche Zukunft in die eigene Hand nehmen.
- Ihre Kinderbetreuung hat auch in den Studienzeiten reibungslos funktioniert – also wird dies auch während des Joballtags gut klappen.
- Sie waren in der Rolle des „Lernenden“ und haben dabei nachgewiesen, das Sie sich in neue Inhalte schnell und eigenverantwortlich einarbeiten können.
Weitere Tipps rund um das Thema Fernunterricht finden Sie übrigens in unserem Ratgeber „Fit für den Fernunterricht“.
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